REBELL Wiesbaden

Das Debakel um die EBS in Wiesbaden


Die European Business School (EBS) wird gerne als »Eliteuni« bezeichnet. Was für eine »Elite« soll das denn sein? Das Studium hängt hier ganz allein vom Geldbeutel der Eltern oder anderer wohlhabender Gönner ab. 12.000 Euro und mehr kostet das Studium an der EBS im Jahr. Wer hier studiert kann auf einen Führungsposten in einem größeren Monopolbetrieb hoffen. Die Hochschule ist eng verwoben mit dem internationalen Finanzkapital. Denn die Studierenden sollen nach dem Studium Hauptstützen des herrschenden kapitalistischen Systems werden.

EBS und Wiesbaden

Wer an einer staatlichen Hochschule studiert oder auf eine öffentliche Schule geht kennt das Problem von überfüllten Hörsälen, veralteten Lehrmaterial und überforderten Lehrkräften. Hier bedarf es dringend finanzieller Mittel. Das Land Hessen und die Stadt Wiesbaden verwendet das Geld lieber für Prestigeobjekte, wie die EBS und spart am Etat der staatlichen Hochschulen. Allein dafür, dass die EBS ihren Sitz nach Wiesbaden verlegte zahlte die Stadt Anfang 2009 drei Millionen Euro. Dafür, dass die EBS ihre juristische Fakultät in Wiesbaden errichtet stellte ihr das Land Hessen und die Stadt Wiesbaden 50 Millionen Euro zu Verfügung. Dies geschah, obwohl in einem Grundsatzbeschluss der Hochschulrektorenkonferenz festgelegt ist, dass private Hochschulen nur aus öffentlichen Mitteln gefördert werden dürfen, wenn sie ein neuartiges Studienangebot unterbreiten. Aber was tut die Stadt Wiesbaden nicht alles um sich endlich »Unistadt« nennen zu dürfen.

Skandal um die Finanzierung

Seit Monaten gibt es jetzt aber Auseinandersetzungen in der Stadt, um die mehr oder weniger offene Finanzierung der EBS. Die Stadt Wiesbaden finanziert sie, in dem sie etliche unnütze Gutachten bei der EBS in Auftrag gab. Die EBS gab die Millionen Euro aber nur teilweise für den Zweck aus, für die diese gedacht waren. Immer wieder wurden Veruntreuungen der Gelder bekannt. Da wundert es auch nicht, dass der ehemalige Präsident der EBS 180.000 Euro aus der EBS in seine eigene Firma geleitet haben soll. Daraufhin musste er gehen. Trotz der überaus netten Zuwendung von Steuergeldern wurde Ende Mai 2013 bekannt, dass die EBS die Miete von einem Gebäude nicht mehr zahlen kann, so dass sie Mietstundung erhalten haben.
Die Masse der Menschen braucht private Hochschulen nicht. Skandalöse Finanzierung durch öffentliche Gelder stoppen – EBS dichtmachen!

Bildung als Klassenfrage

Das Problem des Bildungssystems in Deutschland liegt aber sicherlich nicht (nur) an privaten Schulen und Hochschulen, sondern es ist grundlegender. Bildung ist in einer kapitalistischen Gesellschaft ganz den Interessen des internationalen Monopolkapitals unterworfen. Das Ziel des Bildungssystems ist es nicht kritische und selbstdenkende Menschen hervorzubringen. Das Ziel ist die Diktatur des internationalen Finanzkapitals über die internationale Arbeiterklasse aufrecht zu erhalten. Dazu braucht es Hauptstützen ihrer Herrschaft, aber auch gut ausgebildete Fachkräfte für die internationale Produktion. Bildung spielt dabei eine große Rolle. Durch die Trennung von Hand und Kopfarbeit, durch Verschleierung der Hauptwidersprüche des Kapitalismus, durch Förderung des Karrierismus und Egoismus und durch modernen Antikommunismus wird in Schule und Universität versucht die Schüler und Studenten zu beeinflussen.

Die Bildungsfrage kann nicht losgelöst vom gesellschaftlichen System betrachtet und kann nur durch eine revolutionäre Umwälzung gelöst werden. Eine Bildung, Wissenschaft und Forschung im Sinne der menschlichen Bedürfnisse kann nur im Sozialismus durchgesetzt werden. Der wissenschaftliche und technische Fortschritt wird erst im Sozialismus voll zur Geltung kommen.


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